Die Wahre Geschichte der Woche: Pierre Brice

Ausgewählt von Florian Schmidt Die Wahre Geschichte der Woche: Pierre Brice

Jede Woche wählt ein Mitglied aus der Redaktion eine persönliche Wahre Geschichte der Woche aus und verleiht ihr eine besondere Note.

Meine Wahre Geschichte mit Florian Schmidt Foto: Klassik Radio

Diese Woche kommentiert Florian Schmidt:

Er war stets edel und gerecht: In seiner Rolle als Indianerhäuptling Winnetou hat Pierre Brice die Herzen aller erobert.

„Er wurde zu einer Figur, die es nicht wirklich gab, die er aber in einer Weise verkörperte, dass jedes Kind im Nachkriegsdeutschland, ja auch jeder Mann sich wünschte, ihn in schwierigen Situationen an seiner Seite zu haben“. So formuliert es Friedrich Epenstein in seiner „Wahren Geschichte“.

Der Apachenhäuptling Winnetou

Und genauso muss es gewesen sein; es war zumindest auch Jahrzehnte später noch so. Denn als Mitte der 70er Jahre Geborener habe ich Pierre Brice natürlich erst in den 80er Jahren kennengelernt, in den mittlerweile legendären Karl May-Filmen, die damals in schöner Regelmäßigkeit im Fernsehen liefen. Der grünäugige, schwarzhaarige Franzose kämpfte in insgesamt elf Filmen als Apachenhäuptling Winnetou für die Gerechtigkeit.  

Immer an seiner Seite: sein Blutsbruder Old Shatterhand, der sechs Mal von Lex Barker gespielt wurde und der für Brice auch privat zu einem guten und engen Freund wurde. Interessanterweise bekam Barker anfangs eine dreimal so hohe Gage wie Brice, da er damals wesentlich bekannter war. Alles begann 1962 mit dem Film „Der Schatz im Silbersee“.

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Wer hätte mit diesem Erfolg gerechnet?

Pierre Brice wurde schnell zum Idol einer ganzen Generation geworden. Das ging so weit, dass es 1965, nach dem Filmtod Winnetous, eine große Protestwelle gab und sogar der Regisseur des Films Drohbriefe bekam. Daraufhin ließ er den Indianer im nächsten Film wieder auferstehen. 

Mit diesem Erfolg hatte Brice wohl nie gerechnet und eigentlich wollte er die Rolle zuerst auch gar nicht annehmen. Wo und von wem er entdeckt wurde, das hören Sie am besten nochmal in Ruhe in unserer „Wahren Geschichte“ nach. 

Die Wahre Geschichte: Pierre Brice

Ein riesen Karl May Fan

Ich entdeckte ihn nach unserem „Kennenlernen“ übers Fernsehen dann wenig später auch bei den Karl-May-Festspielen in Bad Segeberg wieder. Ich habe nur noch bruchstückhafte Erinnerungen daran, aber ich war wahrscheinlich zwölf Jahre alt, und weiß noch, dass ich mit meinen Eltern in einem Regencape auf der Freilichttribüne saß, und passend zum weinenden Himmel beim Einreiten von Winnetou zu Martin Böttchers legendärer Filmmusik eine Träne der Rührung wegwischen musste und noch dazu jede Menge Gänsehaut hatte.

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Freiheit, Friede, Menschenwürde

Pierre Brice teilte auch als Privatperson mit seiner legendären Filmfigur dieselben Werte, wie Freiheit, Friede, Menschenwürde und Toleranz. Er setzte sich UNICEF-Botschafter dafür ein und erhielt sogar 1992 das Bundesverdienstkreuz I. Klasse.

Herzliche Grüße

Ihr Florian Schmidt 

(26.03.2022/A. Kohler)

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