Ein Chefdirigent nutzt die Pandemie und kocht

Dirigent wird zum Koch Ein Chefdirigent nutzt die Pandemie und kocht

Auch für Musiker war es die letzten Monate still. Der Chefdirigent der Thüringer Philharmonie Gotha-Eisenach nutzte die Zeit zum Kochen.

Ein Chefdirigent nutzt die Pandemie und kocht Foto: Thüringen Philharmonie Gotha - Eisenach

Angst vor der Zukunft

Musik war immer Markus Hubers Leidenschaft. „Ich wurde dort hinein geboren und ohne Musik geht in meinem Leben nichts“, erzählt uns der Chefdirigent der Thüringer Philharmonie Gotha-Eisenach. Gerade die letzten Monate waren auch für den Musiker sehr schwer. Die Angst und Sorge vor der Zukunft ist bei ihm und seinen Kollegen groß: „Und diese Angst wird man auch nicht los (…) Es ist Angst und pure Verzweiflung.“

Das Kochen

Neben seiner Liebe zur Musik, war der Dirigent auch immer ein leidenschaftlicher Koch. In der Zeit, in der Huber nicht auf der Bühne stehen konnte, arbeitete er als freier Redakteur in einem Medienhaus seiner Heimatstadt Gotha: „Für einen Bericht kam ich dann zu dem Mehrgenerationenhaus Gotha“, berichtet Markus Huber, „Ich hatte Essen dabei, eine vegane Bolgonese und plötzlich meinten alle, dass das so lecker schmeckt.“ Huber hatte schon immer Talent und viel Spaß beim Kochen: „Für mich war immer klar, wenn es mit dem Dirigieren mal nicht mehr klappen sollte, werde ich Koch.“

Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach mit Dirigent Markus Huber

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Sein eigenes Menü

Bei dem Mehrgenerationenhaus handelt es sich um einen bewirteten Begegnungsort für Jung und Alt. Die Leitung bot ihm an, jeden Montag dort als Koch zu arbeiten. Der musikalische Koch entwickelte sogar sein eigenes Menü: „Durch die Musik habe ich schon sehr viel von der Welt bereist. Zum Beispiel in Asien, Amerika, Mexiko. Dort habe ich immer die Küchen aufgesucht, wenn mir etwas besonders gut geschmeckt hat.“ Auf Grund dieser Reisen und Erfahrungen kam es also zum Menü „Hubers Weltreise kulinarischer Art.“

Das Ergebnis ist das gleiche. Man macht es für die Menschen, möglichst nicht für sich selbst (…) Ich koche nicht für mich selbst und ich dirigiere auch nicht für mich selbst. Ich bin ein Medium, um andere Leute glücklich zu machen.
Markus Huber

Zurück auf der Bühne

Die Bühnen öffnen wieder und Konzerte können gespielt werden. Für Markus Huber ist das eine große Freude und Erleichterung. Trotzdem möchte er auch in Zukunft weiter kochen. Besonders gefallen ihm dabei die Gemeinsamkeiten, die das Kochen und das Musik machen haben: „Es gibt Dirigenten, die halten sich ganz genau an die Partitur und dann gibt es Dirigenten, so wie mich, die schauen auch dahinter und geben der Musik noch ihre eigene Note. Genauso ist es auch beim Kochen. Man kann sich an ein Rezept halten und zaubert mit Sicherheit etwas ganz leckeres, oder man gibt dem ganzen noch etwas Eigenes hinzu.“   

Markus Huber ist und bleibt in erster Linie Musiker, aber aus der letzten Zeit konnte er etwas Schönes und Neues für sich mitnehmen.

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