Seit acht Jahrzehnten stehen die Bregenzer Festspiele für große Oper, starke Bilder und unvergessliche Sommerabende am Bodensee. Das wird in diesem Jahr mit einem besonderen Abend gefeiert, dem „Singalong am See“.

Die Seebühne ist längst zu einem Wahrzeichen geworden – mit spektakulären Inszenierungen, die Jahr für Jahr unzählige Besucherinnen und Besucher nach Bregenz locken und viele Menschen für klassische Musik begeistern.
Berühmt sind die Festspiele nicht zuletzt für ihre außergewöhnlichen Bühnenbilder. 1999 ragte bei Verdis Ein Maskenball ein 25 Meter hohes Skelett über der Seebühne auf. 2007 blickte bei Puccinis Tosca ein riesiges Auge auf das Publikum herab. Und auch im Jubiläumsjahr 2026 setzen die Bregenzer Festspiele wieder auf große Bilder: Ein überdimensionaler, zerbrochener Spiegel schmückt die Bühne von La traviata.
Doch zum 80. Geburtstag wollen die Bregenzer Festspiele nicht nur mit eindrucksvollen Kulissen begeistern – sie wollen ihr Publikum selbst zum Teil des Erlebnisses machen.
Am 1. August 2026 wird die Tribüne der Seebühne selbst zum Klangkörper: Bis zu 6.800 Sängerinnen und Sänger sind eingeladen, bei einem gemeinsamen "Singalong" große Opernchöre und bekannte Melodien anzustimmen.
Auf dem Programm stehen die berühmtesten Opernchöre aus 80 Jahren Bregenzer Festspiele. Wie zum Beispiel der Jägerchor aus Der Freischütz, Nessun dorma aus Turandot und Brindisi aus La traviata. Zum Abschluss gibt es dann auch noch ein Riesen-Geburtstagsständchen: Mit Happy Birthday werden 80 Jahre Bregenzer Festspiele gefeiert.
Begleitet wird das Singalong von einem eigens zusammengestellten Orchester, Solistinnen und Solisten sowie professionellen Chören. So entsteht für alle Mitwirkenden das Gefühl, mitten in einer großen Opernaufführung zu stehen.
Chorleiter Steven Moore, der das Projekt musikalisch leitet, beschreibt im Interview mit den Bregenzer Festspielen genau diesen Gemeinschaftsgedanken als Kern des Erlebnisses: „Für mich ist Musik, unsere Kunst, die Oper und die klassische Musik Zusammenhalt. Und das allerbeste Beispiel dafür ist, wenn ein Chor etwas zum Leben bringt und zusammen singt.“
Das Besondere am Singalong: Mitmachen können nicht nur erfahrene Chorsängerinnen und Chorsänger, sondern alle, die Freude am Singen haben. Die Bregenzer Festspiele haben Noten, Übungsmaterialien und Audio-Dateien online zur Verfügung gestellt, außerdem gab es schon eine gemeinsame Probe, das Meet & Sing.
Und trotz der vielen Übungsmöglichkeiten macht Steven Moore Mut, ganz entspannt an das Projekt heranzugehen: „Die Hauptsache ist teilnehmen, würde ich sagen. Ich will, dass alle, die teilnehmen, sich wohlfühlen.“
Wer also nicht jedes Stück mitsingen möchte oder zwischendurch auch gerne mal die Stimmlage wechselt, ist trotzdem willkommen. Entscheidend ist die Lust, Teil dieses musikalischen Gemeinschaftserlebnisses zu sein.
Und wie viele der Aufführungen auf der Seebühne, zeigt sich der Erfolg der Aktion schon im Vorfeld: Das Singalong am See ist ausgebucht. So wird aus einem Jubiläum ein gemeinsames Erlebnis – zum Singen, Staunen und Träumen.





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