Horst Becker schreibt eine Hymne an das Leben

Eine eigene SinfonieHorst Becker schreibt eine Hymne an das Leben

Er hat sich einen Traum erfüllt und seine eigene Sinfonie komponiert. Mit seiner Musik beschreibt er die Ups and Downs des Lebens.

Horst Becker schreibt eine Hymne an das Leben Foto: Horst Becker

Die schönen und schweren Momente

Horst Becker aus dem Saarland hat sich einen Traum erfüllt: Er hat seine eigene Sinfonie komponiert. „ODYSEEY“ handelt vom Leben, von Schicksalsschlägen, aber auch den wunderschönen Momenten der Leichtigkeit. „Es ist sowohl etwas Schweres dabei als auch etwas Leichtes. Es ist eine chronologische Abfolge von Ereignissen, die mir die letzten zehn Jahre passiert sind und ich habe sie auf dem musikalischen Weg verarbeitet. Das hat mir auch geholfen über Dinge hinwegzukommen“, erzählt der 62-Jährige im Gespräch mit Klassik Radio.

Er nutzt Musik um Dinge aufzuarbeiten

Gerade mal drei bis vier Monate hat der Musiker mit einer Orchestersoftware an seinem Werk gearbeitet: „Die Technik macht es möglich. Dadurch hatte ich die Möglichkeit, die Melodien […] digital einzuspielen und so entstand diese ODYSSEY Stück für Stück.“ Der Name der Sinfonie leitet sich aus der griechischen Mythologie des Homer-Epos ab. „Dabei geht es um die Irrfahrten des Odysseus […] ähnlich ist es mir auch gegangen, dass mich verschiedene Schicksalsschläge in meinem Leben geprägt haben.“ Mit seiner Sinfonie geht es Horst Becker allerdings nicht nur darum seine eigenen Tiefschläge zu verarbeiten, er will auch anderen Menschen Mut machen: „Es geht jeden Menschen so, dass er durch Tiefen und Höhen in seinem Leben geht. Er sollte dabei allerdings nie den Optimismus verlieren, sondern immer das Schöne im Blick haben."

Eine Hörprobe aus \

Ein letztes Stück

Besonders das letzte Stück seiner „ODYSEEY“ war für den eigentlichen Marketingexperten eine Herausforderung: „Ich habe lange mit mir gerungen. Zuerst dachte ich, die Sinfonie wäre fertig. Allerdings habe ich dann zwei oder drei Tage eine unglaubliche Unruhe in mir festgestellt und erst dann hat sich das finale Stück entwickelt. Das war wohl noch in mir und wollte unbedingt raus.“ Musikalische Vorbilder sind für Horst Becker vor allem die großen Komponisten der orchestralen Filmmusik: egal ob Ennio Morricone oder John Williams. Diese Musiker haben ihn am meisten zu seinem eigenen Werk inspiriert.

Premiere im dritten Versuch

Die Uraufführung seiner Hymne an das Leben soll am 23. April in der Pfarrkirche St. Michael in Saarbrücken stattfinden. Aufgrund der Pandemie musste die Uraufführung bereits zweimal verschoben werden. Beim dritten Anlauf soll es jetzt allerdings endlich, mit der Unterstützung des Orchestre Symphonique SaarLorraine und dem LandesJugendChor Saar, funktionieren: „Das ist das Gute am kleinen Saarland, dass man sich untereinander kennt. Ich habe sehr schnell Mitstreiter gefunden.“ Finanziert wird die Uraufführung von Becker selbst.

Es ist für mich ein Lebenswerk und das ist es mir wert, diese Uraufführung [mit allen Möglichkeiten] auf die Beine zu stellen.

Seine Tipps für Träumer

Die Sinfonie soll allerdings nicht das einzige Projekt des Musikers bleiben. Gemeinsam mit einer befreundeten Sängerin plant er bereits ein Musical, in dem Liebe und Verrat thematisiert werden soll.

Mit seiner eigenen Sinfonie hat sich Becker einen Lebenstraum erfüllt und auch für anderen Traumtänzer hat der Komponist einen Ratschlag: „Einfach loslegen, sich keine großen Gedanken machen und keine Schere im Kopf haben. Man kann auch gerne groß denken. Die Vision kann eigentlich nicht groß genug sein, wenn man wirklich fest daran glaubt, gelingt es auch.“

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