Er ist einer der berühmtesten Pianisten der Gegenwart: Lang Lang hat die großen Bühnen der Welt erobert und zugleich Millionen Menschen erreicht, die mit klassischer Musik zuvor kaum Berührung hatten. Wie aus einem hochbegabten Kind mit außergewöhnlichem Ehrgeiz ein Künstler wurde, der wie kaum ein anderer für die moderne Seite der Klassik steht.

Wenn Lang Lang sich ans Klavier setzt, entsteht etwas, das in der klassischen Musik selten geworden ist: das Gefühl eines Ereignisses. Seine Hände bewegen sich mit einer Leichtigkeit, die fast unwirklich wirkt, und doch bleibt sein Spiel nie unnahbar oder nur auf technische Brillanz reduziert.
Vielleicht ist genau das sein größtes Talent: Lang Lang kann ein Publikum für einen Augenblick vergessen lassen, dass zwischen ihnen und einem Werk mehrere Jahrhunderte Musikgeschichte liegen. Ob Beethoven, Chopin, Mozart oder Schubert – er spielt diese Werke nicht wie verstaubte Museumsexponate. Bei ihm klingen selbst Jahrhunderte alte Werke frisch, aktuell und relevant.
Seit mehr als zwei Jahrzehnten begeistert er Menschen auf der ganzen Welt. Klassikliebhaber feiern seine Interpretationen, aber auch viele, die sonst selten einen Konzertsaal betreten. Lang Lang hat dem Klavier eine neue Popularität geschenkt: Klassische Musik wird bei ihm zum Erlebnis.
Geboren 1982 im chinesischen Shenyang, wächst Lang Lang in einer Zeit auf, in der das Land nach der Kulturrevolution zögernd wieder Türen zur Kunst öffnet. Schon als Kind wird das Klavier zu seinem Lebensmittelpunkt. Seine Eltern erkennen sein Talent, fördern ihn konsequent und so wird schon früh aus dem Wunderkind wird ein Musiker mit einem klaren Ziel: die großen Bühnen der Welt.
Der internationale Durchbruch gelingt 1999, als der damals 17-Jährige beim Ravinia Festival kurzfristig für einen erkrankten Pianisten einspringt. Die Reaktionen von Publikums wie Kritikern sind begeistert. Kurz darauf stellen sich für ihn endgültig die Weichen bei einem Auftritt mit dem Chicago Symphony Orchestra. Von da an gehört Lang Lang zu den großen Namen der Klassik.
Dabei war er immer mehr als ein virtuoser Pianist. Er brachte klassische Musik an neue Orte, begeisterte junge Menschen und zeigte, dass die Grenzen zwischen Konzertsaal und Popkultur fließend sein können. Von Chopin über Beethoven bis hin zu Rolf Zuckowskis Weihnachtsbäckerei:
Persönlich hat sich vieles in seinem Leben verändert. Lang Lang ist Ehemann und Vater geworden. Im Gespräch mit Klassik Radio Moderatorin Evita Helling sagt er: „(Es) hat sich einiges in meinem Leben verändert. Ich habe geheiratet und bin Vater geworden. Ich würde sagen, die letzten sechs Jahre waren eine Zeit des Wandels hin zu einem Familienmenschen. Und ja, ich bin reifer geworden. Wenn man eine Familie hat, wird man einfach schneller erwachsen.“
Heute setzt er sich mit der Lang Lang International Music Foundation dafür ein, Kindern weltweit den Zugang zur Musik zu ermöglichen. „Unser Ziel ist, dass die Kinder nicht nur zuhören, sondern selbst Musik machen“ Und vielleicht wartet unter all diesen Nachwuchstalenten ja bereits der "nächste Lang Lang" darauf, einer neuen Generation die Begeisterung für klassische Musik zu entfachen.
Zum 44. Geburtstag feiern wir deshalb längst nicht nur einen außergewöhnlichen Pianisten. Wir feiern einen Musiker, der Generationen an Klassikfans vereint – und der zeigt, dass klassische Musik immer dann lebendig bleibt, wenn sie berührt.
Die faszinierndsten, bewegendsten und einfach nur schönsten Klavier-Interpretationen können sie jederzeit bei uns - kostenlos - hören: "Klavier Solo".
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