Mit nur 13 Jahren hat Emanuel de la Torre Quiroz schon in der Carnegie Hall gespielt - und am Wochenende in Paris sogar doppelt gewonnen. Im Gespräch mit Klassik Radio-Redakteurin Farah Losch erzählt Emanuel von seiner Liebe zum Klavier, seinen Zielen und lässt durchblicken: irgendwie ist er trotzdem ein ganz normaler Teenager.

Am Wochenende war es so weit: Emanuel de la Torre Quiroz sitzt in Paris vor dem Flügel – und vor der Jury der „Grand Competition International de Piano de Paris“.
Normalerweise ist Emanuel eher weniger nervös. Aber bei Wettbewerben, erzählt er, da spürt er schon den Druck – vor allem, weil er weiß: die Jury hört ganz genau hin.
Diesmal hat Emanuel der Nervosität die Stirn geboten, sein ganzes Können gezeigt und sogar in zwei Kategorien abgeräumt:
In der „Excellence A“ hat er den ersten Preis gewonnen und in der Kategorie „Virtuosité B“ hat ihn die Jury mit der Ehrenmedaille ausgezeichnet.
„Wir sind alle sehr stolz auf Emanuel, er hat wirklich ein großes Talent, aber er hat auch Leidenschaft. (…) Er will in jedem Moment Klavier spielen, Pianisten auf YouTube zuhören, er liest, er googelt die ganze Zeit. Und das macht mich total glücklich, weil man merkt, dass er es liebt.“, erzählt Emanuels Vater, Oscar de la Torre.
Ein voller Erfolg, die Reise nach Paris! Aber das größte Highlight seiner noch jungen Pianisten-Karriere liegt auf einem anderen Kontinent: Das Debüt in der legendären Carnegie Hall in New York! Der Auftritt war sein Preis für den Gewinn bei den Golden Classical Music Awards 2025.
„Es war irgendwie unrealistisch und einfach eine sehr tolle Erfahrung. Ich habe auch sehr toll gespielt. Die Akustik war schön, der Raum war unglaublich und mir hat es sehr viel Spaß gemacht.“, erinnert sich Emanuel an diesen besonderen Abend.
Dort hat er ein „Lied ohne Worte“ von Felix Mendelssohn Bartholdy zum Besten gegeben.
Auch wenn Felix Mendelssohn Bartholdy auf dem Programm stand – sein Herz gehört einem anderen Romantiker:
„Ich liebe Chopin über alles. Er ist mein Lieblingskomponist – er passt zu mir. Ich liebe seine sensible Musik und auch wie schön es klingt. Es ist einfach unglaublich, was er da alles komponiert hat.“
Das musikalische Talent kommt bei Emanuel nicht von ungefähr: Seine Eltern, Oscar de la Torre und Claudia Quiroz, sind Opernsänger. Und eine Zeit lang schien es Emanuel in die gleiche Richtung zu führen. Schon mit drei Jahren stand er in München auf der Bühne und sang Mozart-Lieder. Außerdem lernte er Geige. Doch beides hat ihn nicht so richtig in den Bann gezogen. Erst während der Corona-Zeit findet er zu „seinem“ Instrument:
„Man konnte nicht raus gehen. Und das Einzige, was im Zimmer stand, war das Klavier. Und dann hat meine Mutter mir Noten gekauft und dann habe ich einfach angefangen zu spielen und zu lesen und da habe ich mir gedacht, das ist das Richtige für mich. Es hat mir einfach Spaß gemacht.“, erzählt Emanuel.
Unter der Woche spielt Emanuel de la Torre Quiroz etwa zwei Stunden täglich Klavier – zwischen Schule, Hausaufgaben und Alltag. Am Wochenende hat er etwas mehr Zeit zum Üben. Aber trotz seines außergewöhnlichen Talents lebt er auch ein ganz normales Teenagerleben:
„Also, ich spiele auch gerne mit dem Handy in meiner Freizeit. Ich koche gerne, z.B. TikTok-Rezepte mag ich sehr. Ich mag Leichtathletik, Badminton spiele ich auch gerne und ja, halt Sport in der Schule, Freunde treffen und mit denen quatschen.“
Und Emanuels Ziele sind ebenso ambitioniert wie konkret:
„Mein Ziel ist es zum Chopin Wettbewerb hinzukommen, zumindest bis zum Halbfinale, würde ich mal sagen. Und es gibt so ein Klavierkonzert, das ich sehr gerne spielen würde. Und zwar das Klavierkonzert Nummer 2 von Saint-Saëns. Es hört sich so himmlisch an, also es hat so einen typisch arabischen Stil, finde ich und es ist einfach unglaublich. Das wäre mein Traumklavierkonzert.“
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