Eine erfolgreiche Oper kann für volle Säle sorgen. Salieris Tarare schaffte 1787 in Paris noch etwas mehr. Nach der umjubelten Premiere bekam die Oper ihren eigenen Hut: den „chapeau à la Tarare“. Mit seiner hohen Form, Bändern und Feder war er kaum zu übersehen. Salieri war damit nicht nur in aller Munde, sondern auch ziemlich prominent auf den Pariser Köpfen vertreten.

Eine Oper kann einen Komponisten berühmt machen. Salieris "Tarare" schaffte 1787 in Paris noch etwas anderes: Sie wurde zum Modetrend.
Schon die Premiere am 8. Juni war ein Ereignis. Der Andrang vor dem Opernhaus war so gewaltig, dass rund 400 Wachen eingesetzt wurden, um die Menschenmassen unter Kontrolle zu halten. Offenbar wollte halb Paris wissen, was es mit dieser viel erwarteten Komposition auf sich hatte.
Und Paris bekam nicht nur etwas zu hören, sondern bald auch etwas zu tragen.
Denn diese Oper machte Mode. Nach dem großen Erfolg kam ein Hut in Umlauf, der den Namen des Stücks trug: „chapeau à la Tarare“. Die Kopfbedeckung war hoch und auffällig, mit Bändern und einer Feder verziert. Nicht gerade die Art von Hut, mit der man unbemerkt durch die Gegend spaziert.
Salieri war damit, zumindest modisch gesehen, plötzlich überall zu sehen.

Der Einfall passte erstaunlich gut zum damaligen Paris. Erfolgreiche Bühnenwerke konnten auch außerhalb des Theaters Spuren hinterlassen. Namen aus der Welt der Oper fanden ihren Weg in die Mode und wurden zu Bezeichnungen für Kleidungsstücke. Bei Tarare bekam dieser Effekt besonders viel Aufmerksamkeit.
Dabei hatte Salieri eigentlich die ganz große Kunst im Sinn, nicht einen kurzlebigen Chic. "Tarare" war großes französisches Musiktheater. Die Handlung dreht sich um Macht und Herrschaft und um einen einfachen Soldaten, der am Ende selbst zum Herrscher wird. Das Libretto stammte von Pierre-Augustin Caron de Beaumarchais, der vor allem als Autor von Der Barbier von Sevilla und Die Hochzeit des Figaro bekannt wurde.
Und so wurde ausgerechnet Salieri zum "Modekomponisten": Seine Oper war in aller Munde und ihr Name auf so einigen Köpfen.
Der chapeau à la Tarare ist heute längst Geschichte. Salieris Oper ebenfalls nicht mehr ganz der modische Renner von einst. Aber die Vorstellung bleibt nicht ohne Reiz: Salieri als Stilikone? Für diesen kurzen Moment: auf jeden Fall.
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