So klingt Popstar Adele im Stil des Barocks

Pop und Barock So klingt Popstar Adele im Stil des Barocks

Wie hätte die Musik von Adele in der Zeit des Barocks geklungen? Ein Komponist hat „Hello“ in eine Fuge verwandelt.

Meisterwerke des BarockFoto: ©Waldteufel/stock.adobe.com

Klassik in der Pop-Welt

Die Themen berühmter klassischer Stücke werden häufig in modernen Songs verwendet. Nehmen wir zum Beispiel die markanten Anfangstöne von Beethovens Sinfonie Nr. 5. Sie wurden durch den Songwriter Walter Murphy in den 70er Jahren zu dem modernen Pop-Klassiker "A Fifth of Beethoven".

Auch Billie Eilish bedient sich in der Klassik. Sie hat in ihrem Song "GOLDWING" die ersten Liedzeilen von einem Teil aus Gustav Holsts "Choral Hymns from the Rig Veda" übernommen.

Hier hören Sie das Original

Aufgrund Ihrer Consent Einstellungen können Sie dieses YouTube Video nicht sehen.
Einstellungen Ändern

Adele im Barock

Warum aber nicht mal andersherum? Das hat sich der italienische Komponist Giovanni Dettori gefragt und arrangierte einen modernen Pop-Song im Stil des Barocks. Dettori hat den Welthit „Hello“ der Sängerin Adele in eine Fuge verwandelt. Eine Fuge ist mit einem Kanon vergleichbar: Eine Stimme beginnt mit einem bestimmten Thema, welches von immer mehr Stimmen wiederholt wird. Anders als beim Kanon sind die jeweiligen neuen Stimmeinsätze nicht auf dem gleichen Ton, sondern beginnen in unterschiedlichen Tonhöhen. Auf diese Art machte der Komponist aus einem Thema von Adele ein typisches klassisches Stück der Barockzeit. Detorri nahm sich nicht zum ersten Mal einem solchen modernen Stück an, um daraus Klassik zu machen; auch Musik von Lady Gaga hat er zum Beispiel auf diese Weise arrangiert. 

So klingt "Hello" im Stil des Barocks

Aufgrund Ihrer Consent Einstellungen können Sie dieses YouTube Video nicht sehen.
Einstellungen Ändern

Pop und Klassik haben viel gemeinsam

Damit zeigt der Komponist, dass Pop und Klassik gar nicht so weit auseinander liegen. Gerade, was den Aufbau der Stücke angeht, sind sie sich häufig sehr ähnlich. Zum Beispiel wird bei Sonaten das Thema in verschiedenen Tonarten und mit triolischem Rhythmus wiederholt. Genau das wird auch in der Popmusik immer wieder gemacht. Hier stehen dann die Strophen meist in einer anderen Tonart als der Refrain.

Viele verschiedene Genres finden ihren Ursprung in der Klassik. Auch im Rock, Metal, oder Hip Hop werden immer wieder klassische Themen verwendet. 

Erhalten Sie Informationen aus erster HandBestellen Sie den Klassik Radio Newsletter

* Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die Datenschutzerklärung zur Kenntnis

Neueste Artikel

Neues Dating-Format für Klassik-Fans: Wie Musik der Liebe auf die Sprünge hilft
Klassik-Dating

Neues Dating-Format für Klassik-Fans: Wie Musik der Liebe auf die Sprünge hilft

Dating ohne App, dafür mit klassischer Musik: In Berlin wagt ein Klassik-Duo das Experiment und macht Liebeslieder zum Ausgangspunkt neuer Dating-Begegnungen. Während sonst digital gewischt und gematcht wird, setzt dieses Format auf das, was wirklich verbindet: Gemeinsame Hörerlebnisse, persönliche Gespräche – und die Chance, sich jenseits digitaler Algorithmen näherzukommen.

Masken, Melodien, Menschenmengen – Wie der venezianische Karneval die Oper erfand
Zwei kostümierte Frauen am Karneval in Venedig

Masken, Melodien, Menschenmengen – Wie der venezianische Karneval die Oper erfand

Von funkelnden Masken über laute Kanäle bis zu prunkvollen Opernhäusern: Im Venedig des 17. Jahrhunderts verschmolzen Feierlust und Kunst zu einem neuen Kulturerlebnis, das die Musikgeschichte revolutionierte. Der Karneval wurde zur Geburtsstätte der Oper – ein Spektakel für Zehntausende, die aus ganz Europa in die Lagunenstadt strömten.

„Ich spiele nicht die Musik, sondern die Musik spielt mich“ – Rüdiger MENG komponiert in Echtzeit
Rüdiger Meng am Klavier

MENG - The Art Of LiveComposition
„Ich spiele nicht die Musik, sondern die Musik spielt mich“ – Rüdiger MENG komponiert in Echtzeit

Wenn er sich ans Klavier setzt, ist alles möglich. Rüdiger MENG komponiert live auf der Bühne – ohne Netz, ohne doppelten Boden. Damit hat er schon Musiklegenden wie Quincy Jones, Phil Collins oder Simply Red beeindruckt. Im Interview mit Klassik Radio-Redakteurin Farah Losch erzählt er, warum diese Form der Live-Komposition für ihn die höchste Disziplin ist – und ein klares Statement gegen KI und durchgeplante Shows.

Klassik Radio - Deutschland nationalKlassik Radio - Deutschland national