Wenn Musik zu Gourmetgenuss wird

Klassik in der Sterneküche:Wenn Musik zu Gourmetgenuss wird

Musik inspiriert beim Kochen - das zeigen auch zahlreiche Playlists zum Thema, die sich bei vielen Streaming-Anbietern finden. Kein Wunder also, dass auch Sterneköche auf Musik setzen.

Arbeitsfläche mit Paprika, Braten und KräuternFoto: Vitor Monthay auf Unsplash

Vivaldi bei Menüerstellung

Sei es in der Küche selbst oder auch schon zuvor, bei der Menüerstellung. Denn auch dort kann Musik eine inspirierende Atmosphäre schaffen, erklärt Simon Lang. Er ist Sternekoch und Executive Chef im Hotel Maximilian's in Augsburg. „Wenn wir Menüs schreiben und neue Gerichte kreieren, ist dann Musik für mich sehr hilfreich, auch Kunst: verschiedene Bilder anzuschauen, um sich Inspirationen zu holen. Doch dezente klassische Musik im Hintergrund kann sehr inspirierend sein.“ Dabei mag der Sternekoch alle großen Meister: von Beethoven über Händel bis hin zu Vivaldi. Den hat er besonders gern, vor allem ein Werk des Komponisten: „Die Vier Jahreszeiten, den ersten Satz des Winters, weil er schon sehr impulsiv ist und dann wieder entspannt. Die Musik gefällt mir unglaublich gut“, erklärt er.

Menü für die Mozarts

Und wen von den Großen der Klassik hätte er gerne einmal selbst bekocht? „Leopold und Wolfgang Amadeus Mozart, beide an einem Tisch. Sie haben ja einen besonderen Bezug zu Augsburg und das wäre schon toll gewesen.“ Sollten die beiden tatsächlich einmal auf einer Zeitreise ins Maximilian's kommen, gar kein Problem. Simon Lang hat da bereits ein Menü im Kopf kreiert. "Eine regionale Küche, mit leicht alpinen Einschlägen natürlich. Als Vorspeise würde ich einen ganz zart gegarten Alpenlachs machen, man kennt ihn als Alpenlachs oder Saibling. Dazu ein ganz cremiges, leichtes Kürbisespuma, eine Kernölvinaigrette und einen schönen knackigen Feldsalat." 

Sternekoch Simon Lang in seiner Küche:

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Volle Geschmacksexplosion

Die Hauptspeise? „Ein Rehrücken aus den Fugger-Wäldern, im Gewürzsud pochiert, dazu Rosenkohlblätter, gebratene Griesnockerln - da der Bezug zu Österreich natürlich“, meint er mit einem Schmunzeln. „Pilzcreme und eingelegte Holunderbeeren. Ein Gericht, das richtig wumms hat, also Süße, Säure, Schärfe, Erdiges dabei ist. Da hat man wirklich viele Geschmackskomponenten im Mund“, schwärmt der Sternekoch. Als Dessert würde dann flaumiger Nuggatknödel mit Vanilleschaum und Mohnbröseln serviert - auch hier der Bezug zu Österreich. Dazu eingelegte Marillen und ein cremiges Sauerrahmeis. Ein Gericht, dass die Mozart sicher begeistert hätte. 

Kulinarische und musikalische Sinfonie

Doch für Sternekoch Simon Lang inspiriert die Klassik nicht nur in der Küche, es gibt auch Parallelen: „Man vergleicht ja die Küche oft mit Sport: es gibt die Trainer- und Spielerposten. Doch für mich ist die Küche wie ein Orchester. Es gibt einen Dirigenten und es gibt die Musiker, die die verschiedenen Instrumente spielen, jeder macht das, was er am Besten kann. Genauso ist es auch in der Küche. “ Recht hat er: schließlich steht am Ende bei Küche und Orchester eine Sinfonie…kulinarisch oder musikalisch.

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