Der sicherste Platz: auf den Schultern der Eltern

Carpe DiemDer sicherste Platz: auf den Schultern der Eltern

Mit "Carpe Diem" geben die evangelischen oder katholischen Kirchen immer montags bis samstags einen neuen Denkanstoß für Ihren Tag.

Der sicherste Platz: auf den Schultern der Eltern Foto: Photo by Kelly Sikkema on Unsplash

Mein Kind auf den Schultern

Liegt es an der Bürotätigkeit oder an mangelndem Sport? Wahrscheinlich an beidem und der Tatsache, dass ich unseren Sohn jahrelang auf den Schultern durch die Gegend getragen habe. Heute ist er drei Köpfe größer als ich, aber als er klein war, wollte er partout nicht in den Kinderwagen, nicht in den Einkaufswagen und auch sonst nicht laufen. Er wollte immer auf den Schultern sitzen. Daran muss ich immer denken, wenn ich höre, dass Gott mich trägt, wenn ich selbst nicht mehr kann, wenn mir der Weg zu weit, die Last zu schwer ist. Dann trägt er mich.

Schultern, die tragen

Es heißt, ich würde das oft erst merken, wenn ich wieder selbst gehen kann, die Kraft zurück ist, im Rückblick. Ja, meine Lebenserfahrung bestätigt das. Ich frage mich nach Krisen: „Wie hast du das geschafft?“ Ich glaube, es war Gott, der mich durchgetragen hat, der mir in Worten anderer, in Gebeten und Liedern, in anderen Menschen tief in meinem Inneren begegnet ist, um mich zu stärken. Das sind seine Schultern, die tragen. Wenn mein Sohn Nähe brauchte, die Umgebung fremd war und der Weg weit, dann wollte er auf die Schultern genommen werden und bat manchmal sehr nachhaltig darum. Das geht bei Gott auch, da heißt es „beten“. „Bitte, Gott, trag mich ein Stück!“ Nur Mut – Gott bekommt keine Schulterprobleme.

Autor: Anja Kieser, radio m, für die evangelischen Kirchen. Sie wollen Kontakt zum Autor aufnehmen: kieser.carpediem@radio-m.de

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