„Eine Pause von der Musik gab es noch nie“

Leidenschaft für Musik „Eine Pause von der Musik gab es noch nie“

Tu, was du liebst und du musst keinen Tag im Leben arbeiten. Wie behalten sich Musiker, trotz Stress und Alltagstrott ihre Leidenschaft?

„Eine Pause von der Musik gab es noch nie“Foto: Decca FelixBroede

Es gab immer nur Musik

Musik war von Anfang Teil von Julia Fischers Leben. Ihre Mutter ist ebenfalls Musikerin und so war ihre ganze Kindheit stets mit Musik erfüllt. Bereits mit drei Jahren griff die junge Frau zum ersten Mal zur Violine und drückte die ersten Tasten auf dem Piano. Die Leidenschaft zur Musik gehörte immer zu ihr und ebenso der Berufswunsch Musikerin. „Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich jemals einen anderen Berufswunsch gehabt hätte (…) Für mich war das von Anfang an klar“, erzählt uns Fischer. Während die anderen Kinder in der Schule Wünsche wie Tierärztin oder Astronaut äußerten, wollte Julia Fischer immer Geigerin werden.

Ich habe jede freie Sekunde mit dem Instrument verbracht.“
Julia Fischer

Immer zielstrebig

Zeiten, in denen sie mal keine Lust auf die Musik hatte, gab es nicht. Auch als Teenagerin war es für sie nie ein Muss oder eine Überwindung: „Auch in meiner Jugend war ich extrem zielstrebig und fleißig, gerade in der Musik.“ Durch den Beruf und das Talent ihrer Mutter, hatte Fischer in ihren Anfängen immer die nötige Unterstützung. Bis zu ihrem zehnten Lebensjahr, übten sie gemeinsam. Danach löste sie sich aber und konzentrierte sich allein auf die Musik. Während ihr Mutter sie früher manchmal ans Üben erinnern musste, war sie ab Julia Fischers 10 Lebensjahr die Stimme, die auch mal zur Pause ermahnte.

Brahms: Julia Fischer & Daniel Müller-Schott

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Um Musiker zu werden, muss ich diesem Hobby sehr viel Zeit widmen. Man muss bereit sein, alles dem unterzuordnen.
Julia Fischer

Talent allein reicht nicht

Für Julia Fischer war die Musik, abgesehen von ihrer Familie, immer auf Platz eins. Dass sie die Leidenschaft für diesen Beruf verlieren könnte, ist für sie unvorstellbar: „Wenn man den Beruf ergriffen hat, muss die Leidenschaft sowieso schon sehr groß sein.“ Ohne die nötige Liebe sei es aus ihrer Sicht, gar nicht möglich professioneller Musiker zu werden: "Jemand der die Leidenschaft dafür nicht hat, einfach mal acht Stunden an einer Phrase zu arbeiten, der kann auch die Qualität nicht erreichen, um diesen Beruf zu ergreifen.“

Besonders bei ihrer Arbeit mit Musikstudenten konnte sie das oft beobachten. Es gab einige Studenten, die zwar die Begabung aber nicht die nötige Leidenschaft gehabt haben: „Man kann Menschen nicht in den Beruf drängen. Wenn jemand, auch wenn er begabt ist, nicht die nötige Liebe dafür hat, dann verliert er am Ende nur ein wunderbares Hobby.“

Beethoven: Julia Fischer, Kammerphilharmonie Bremen & Felix Mildenberger

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Das Üben gehört für mich zum täglichen Leben. Ich hatte nie Schwierigkeiten mich dazu zu motivieren.
Julia Fischer

Ausgleich: Musik

Aber auch Julia Fischer kennt den Druck und Stress, den der Beruf der Profimusikerin und des Profimusikers mit sich bringt. Vor allem das ständige Reisen, wenn sie wochenlang nicht zuhause sein konnte, setzte ihr zu. „Die Momente gab es schon, aber die hatten mit den äußeren Umständen und nicht mit der Musik zu tun.“ In solchen Phasen und Momenten findet Fischer ihren Ausgleich trotzdem in der Musik. Beim Musizieren kommt sie runter und kann entspannen.

„In dem Moment, in dem man auf die Bühne geht, ist alles vergessen. In dem Moment freut man sich einfach nur, dass man Musik machen kann.“ Für Julia Fischer gab es nie etwas anderes als die Musik und diese Liebe wird sie auch niemals verlieren

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