Nobelpreiskonzert & Weihnachtsalbum

Diana Damrau im Klassik Radio Interview:Nobelpreiskonzert & Weihnachtsalbum

Die Star-Sopranistin über ihren Aufritt beim Nobelpreiskonzert, das Weihnachtsfest und warum es Parallelen gibt.

Nobelpreiskonzert & WeihnachtsalbumFoto: Simon Fowler für Erato/Warner Classics

Überraschende Ehre

Heute Abend findet in Stockholm ein ganz besonderes Konzert statt - zu Ehren der diesjährigen Nobelpreisträger, die am zehnten Dezember ausgezeichnet werden. Singen wird dabei Star-Sopranistin Diana Damrau. Eine große Ehre für sie, mit der sie gar nicht gerechnet hatte: "Eines Tages fragte mich mein Manager: 'Wie wär denn das, wenn Du beim Nobelpreiskonzert singst?" Und ich so: 'Wow! Wirklich? Ich? Wahnsinn! Ja natürlich! Das wäre ganz wunderbar!"

"Eines Tages fragte mich mein Manager: 'Wie wär denn das, wenn Du beim Nobelpreiskonzert singst?" Und ich so: 'Wow! Wirklich? Ich? Wahnsinn! Ja natürlich! Das wäre ganz wunderbar!"
Sopranistin Diana Damrau

Die Hochzeit des Figaros und eine besondere Arie

Auf dem Programm stehen Werke von Mozart: die "Contessa" aus "Die Hochzeit des Figaro", die "Susanna" und eine Mozart-Konzertarie. Alle Stücke hat Diana Damrau mit Bedacht ausgesucht: "Ich habe die "Contessa" gewählt, weil sie sieht: 'in der Situation in der ich bin, kann ich nicht so weiterleben. Meine Beziehung geht kaputt. Doch ich weiß, die Liebe ist da. Ich kämpfe.' Und das tut sie und sie macht es mit Seelengröße und sie ändert Dinge. Und dann, um diese Menschen zu Ehren hat Mozart eine wunderbare Konzertarie geschaffen und zwar "Sol Nascente"! Da geht es um die Geburt eines hohen Kindes, wo sich der Redner bis ans etruskische Ufer aufmacht, zur Muse. Er befragt sie, wie er die passenden, richtigen Worte finden kann. Die Muse erwidert: 'Da kannst du eigentlich nur stumm sein'. Und das macht er dann. Er singt: 'ich bin stumm, ich bin ganz stumm und es ist Wahnsinn". Und das geht dann so acht Minuten lang," erklärt die Sopranistin lachend.

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Nobelpreis ein bisschen wie Weihnachten

Und warum steht Wolfgang Amadeus Mozart im Mittelpunkt? "Mozart hat diese Öffnung nach oben und zu was Größerem. Und diese Menschen, die mit dem Nobelpreis geehrt werden, die haben ja Maßgebliches geschaffen und geleistet - Gutes - was die Menschheit weiterbringt, Werkzeuge, die die Menschheit benutzen kann, um etwas Gutes zu schaffen. Das ist auch so eine Art Geburt, das ist auch wie Weihnachten: die Hoffnung auf etwas Besseres", erläutert die Sängerin enthusiastisch. Das Nobelpreiskonzert kann übrigens auch online verfolgt werden.

Ich denke, das Weihnachtsgefühl kann man das ganze Jahr über haben
Diana Damrau, Sopranistin

Zwei Jahre lang Weihnachtsgefühl

Mit dem Fest der Liebe kennt sich Diana Damrau bestens aus - schließlich ist sie seit ihrer Kindheit ein großer Fan davon. Dieses Weihnachtsgefühl von Offenheit, Herzlichkeit und Neubeginn hat sie allerdings nicht nur im Dezember: "Ich denke, das Weihnachtsgefühl kann man das ganze Jahr über haben. Ich hatte es jetzt fast zwei Jahre lang. So lange hat es gedauert, dieses Album zusammenzustellen und fertigzumachen. Eigentlich hätte es ein normales Album werden sollen, doch ich meinte: 'Nein: das muss ein Doppelalbum' werden", so die Starsopranistin.

Die schönsten Seiten der Weihnacht auf einem Album

So besteht ihr neues Album "My Christmas" aus zwei Teilen: "Denn es gibt den 'erwachsenen Teil der klassischen Musik mit der Größe, Schönheit und Klarheit von Mozarts und Händels und Bachs Musik - das ist die festliche Weihnacht. Und die 'selige Weihnacht' ist die kindliche Weihnacht, die wir als Kind vielleicht so erlebt haben und die traditionellen Weihnachtslieder, die in den Familien gesungen und überliefert wurden."

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Weihnachten feiern wie als Kind

Sie selbst erinnert sich noch gut an die Weihnachtszeit in ihrer Kindheit: "Ich hatte mehrere Weihnachtsschallplatten (...). Ich hab das dann, auf dem Fenstersims sitzend, angehört und dann haben Kinder gesungen: ich fühlte mich auf einmal mit allen Kindern auf der ganzen Welt verbunden. Deshalb habe ich auch den Kinderchor mit auf die 'Selige Weihnacht' genommen." Heute feiert sie mit ihren eigenen Kindern: "Ich versuche den Heiligen Abend genauso zu gestalten, wie ich es auf dem Album erzähle, mit lauten Kirchenglocken und das dunkle Zimmer mit dem hellen Christbaum, den man vorher nicht geschmückt gesehen hat, mit dem Jesuskind in der Krippe und dann ein gemeinsames 'Stille Nacht, heilige Nacht'!

Die Menschen, die wir einladen, wo wir sehen, da ist Not oder die sind allein, da kann man sein Haus auch auf machen. Man muss nicht sagen: 'Nein, das ist nur die Familie und alles andere nicht!'

Offenheit an Weihnachten wichtig!

Denn auch wenn die Star-Sopranistin in der Vorweihnachtszeit viel unterwegs ist - den Heiligen Abend verbringt sie nur mit ihrer "Kernfamilie". "Da ist nur die Familie wichtig - und die Menschen, mit denen wir feiern. Die Menschen, die wir einladen, wo wir sehen, da ist Not oder die sind allein, da kann man sein Haus auch auf machen. Man muss nicht sagen: 'Nein, das ist nur die Familie und alles andere nicht!' Nein, sondern da kann man auch wirklich offen sein."

Es ist ein Fest der Hoffnung. Das müssen wir unseren Kindern mitgeben. Es geht nicht darum, wie viele und teure Geschenke sie haben, es geht darum, dass wir füreinander da sind.

Größtes Geschenk: füreinander da sein!

Und auch die Geschenke sind bei den Damraus nur ein nettes Beiwerk: "Weihnachten ist das Fest der Liebe und der Kinder. Ein wunderbarer Moment, der uns aus den Sorgen und der Not, die überall auf der Welt zu finden ist, rausnimmt und wir wissen, dass wir Menschen füreinander da sein können und das es besser wird. Es ist ein Fest der Hoffnung. Das müssen wir unseren Kindern mitgeben. Es geht nicht darum, wie viele und teure Geschenke sie haben, es geht darum, dass wir füreinander da sind." Und diesen Geist der Weihnacht vermittelt Diana Damrau auch auf ihrem neuen Album "My Christmas".

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