„Sie hat sich genommen, was sie wollte!“

Emily Cox spielt Alma Mahler    „Sie hat sich genommen, was sie wollte!“

Wandlungsfähig und vielseitig. Das trifft beides auf Schauspielerin Emily Cox zu. Nach "Jerks" spielt sie jetzt Alma Mahler.

Schauspielerin Emily Cox Foto: Pascal Bünning

Wir kennen sie als kämpferische Wikingerin aus der Netflix-Serie „The Last Kingdom“ oder als Freundin von Christian Ulmen aus der unkonventionellen Comedy-Serie „Jerks“. Wie vielseitig sie ist, beweist sie in ihrer neuen Rolle als Alma Mahler im Film „Alma & Oskar“, der jetzt in unsere Kinos kommt. Darin geht es um die leidenschaftliche Beziehung zwischen Alma Mahler und Oskar Kokoschka.

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Leidenschaft und Eifersucht

Der Film schildert eine leidenschaftliche Beziehung, bei der unterschiedliche Lebensentwürfe aufeinanderprallen. Oskar betrachtet Alma als seine Muse, ist eifersüchtig und besitzergreifend. Doch Alma hat selbst Ambitionen als Künstlerin und Komponistin in einer Zeit, in der das für eine Frau nicht üblich ist. Ein Spiel um Macht und Abhängigkeit entsteht, das Alma und Oskar an den Rand der Selbstzerstörung führt. 

Mehr als nur die „Ehefrau von“

In der Vorbereitung auf ihre Rolle hat Emily Cox festgestellt, was für eine spannende und faszinierende Frau gewesen ist und wie viel mehr als nur die „Ehefrau von“, konkret: die Ehefrau von Gustav Mahler, Walter Gropius und Franz Werfel. „Sie war eine sehr starke Frau“, schwärmt Cox im Klassik Radio-Gespräch, „denn sie hat sich genommen, was sie wollte. Sie war auch sehr musikalisch, die Lieder, die sie geschrieben hat, sind wirklich toll“, erzählt Cox, die sich während der Recherche stundenlang durch Alma Mahlers Kompositionen gehört hat. 

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Vorbereitung – Luxus und Gefahr

Eine echte Persönlichkeit zu verkörpern, habe gleichzeitig Vor- und Nachteile gehabt, erläutert Cox, es sei sowohl Luxus als auch Gefahr gewesen. „Luxus deswegen, weil man einfach ihre Tagebücher lesen kann, man kann sie quasi fragen, was in ihr vorgegangen ist. Ich habe alle Bücher, die ich über sie gefunden habe, gelesen und gleichzeitig wollte ich der Versuchung widerstehen - deswegen Gefahr - zu glauben, dass ich jetzt eine objektive Alma Mahler spiele, also dass ich quasi jetzt, weiß wer sie war“. Beim Dreh hat Emily Cox deswegen vielmehr geschaut, welche Facetten von Alma Mahler in ihr selbst zu finden sind. 

Musikalischer Haushalt war hilfreich

Neben dem emotionalen Einfühlen in Almas Persönlichkeit, hat sich Emily Cox für diese Rolle natürlich auch viel mit der musikalischen Seite von Alma Mahler beschäftigt. Sie konnte sich dabei in die Welt der Musik gut hineinversetzen, denn ihre Eltern sind beide Pianisten. „Deswegen fand ich es relativ leicht, mich diesem Aspekt von Alma zu nähern, weil ich nachvollziehen kann, was Musik bedeuten kann. Denn in meiner Familie ist Musik unglaublich wichtig, um sich auszudrücken.“

Schauspielerin Emily Cox
Foto: Pascal Bünning
Schauspielerin Emily Cox

Klavierspiel sollte authentisch aussehen

Ihr Anspruch war, dass ihre Klavierspie möglich echt und authentisch aussehen sollte. „Ich wollte die Stücke, die man sieht, wirklich spielen können“, berichtet Cox. Lernte alles, was man im Film sieht, u.a. auch Claude Debussy, und bekam bei der Feinarbeit Hilfe von ihrer Mutter. Die brachte ihr dann alles bei, so dass Cox beim Dreh die „richtigen Tasten“ drücken konnte. Cox spielte vor der das Stück auf einem „stummen Klavier“ und ihre Mutter spielte die Tonspur im Studio ein, so dass nun Mutter und Tochter beide im Film gelandet sind. Man sieht die Finger von Emily Cox und hört das echte Klavierspiel ihrer Mutter.  

Das Geheimnis von Alma

Aber was hat die Männer denn nun reihenweise verrückt nach Alma gemacht, worin lag ihre Anziehungskraft? „Sie mochte gerne Sex“, schmunzelt Cox, „und hat dazu auch offen gestanden, was für die damalige Zeit sehr ungewöhnlich gewesen ist. Ich glaube, dass sie die Männer nie ganz an sich herangelassen hat, sie hat immer ein Stück für sich behalten, sich immer ein Stück Unabhängigkeit bewahrt - und das hat die Männer total verrückt nach ihr gemacht“.

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