Neunjährige schreibt Berlinale-Geschichte

Deutsche Filme räumen Preise abNeunjährige schreibt Berlinale-Geschichte

Nach zehn glamourösen Tagen hat sich die Berlinale mit der Vergabe der Bären verabschiedet. Und es wurde Berlinale-Geschichte geschrieben.

Neunjährige schreibt Berlinale-GeschichteFoto: Alexander Janetzko / Berlinale 2023
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Jüngste Gewinnerin aller Zeiten

Sofía Otero ist die jüngste Preisträgerin in der Geschichte der Berlinale. Die Neunjährige gewann einen Silbernen Bären für die beste schauspielerische Leistung in einer Hauptrolle. Im Film «20 000 especies de abejas» («20 000 Species of Bees») spielt sie ein Kind, das auf der Suche nach seiner geschlechtlichen Identität ist.

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Als ihr Name am Samstagabend in Berlin vorgelesen wurde, schlug sie sich die Hände vor dem Gesicht zusammen. Ihr Vater drückte ihr einen Kuss auf die Stirn. Auf der Bühne bedankte sich das Mädchen unter Tränen etwa beim Filmteam und bei seiner Familie - angefangen bei seinen Eltern bis hin zu seinen Tanten und Onkeln. Bei dieser Dankesrede MUSSTE man einfach feuchte Augen bekommen.

Drehbuchpreis für Angela Schanelec

Der Silberne Bär für das beste Drehbuch ging an Angela Schanelec für «Music» bei dem sie auch Regie geführt hatte. Der Film, in dem Barockarien eine zentrale Rolle spielen, setzt sich in abstrakter Form mit dem Ödipus-Mythos auseinander und ist ab dem 04. Mai in unseren Kinos zu sehen.

"Music" beginnt die in Griechenland und in Berlin endet. Die erste Hälfte ist fast dialoglos und wird in der zweiten Hälfte zu einer Art Musical. Schanelec konnte wegen Krankheit nicht selbst anwesend sein, wollte aber ihren Preis mit dem ukrainischen Filmemacherinnen und Filmemachern teilen, wie einer der Produzenten mitteilte.

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Goldener Preis der Jury für Christian Petzold

Der zweit-wichtigste Preis nach dem Goldenen Bären ging an Regisseur Christian Petzold für den Film «Roter Himmel»: der Große Preis der Jury: «Es bedeutet mir sehr viel, es hat mir sogar die Stimme verschlagen, als ich meinen Namen hörte», sagte der 62-Jährige der Deutschen Presse-Agentur am Samstagabend nach der Preisverleihung. Petzolds Film, der am 20. April in den Kinos anläuft, erzählt von vier jungen Menschen, die ihren Sommer an der Ostsee verbringen und dort von Waldbränden bedroht werden.

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Goldener Bär für Dokumentarfilm

Der Goldene Bär ging an den Dokumentarfilm «Sur l'Adamant» des französischen Regisseurs Nicolas Philibert. Der Dokumentarfilm erzählt von einer ungewöhnlichen Tagesklinik in Paris - einer Hilfseinrichtung, die in einem schwimmenden Gebäude auf der Seine untergebracht ist. Hier finden psychisch Kranke stundenweise Aufmerksamkeit, Beschäftigung und Hilfe. Sie können an Workshops teilnehmen, an Kursen, oder auch einfach nur mit anderen reden.

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Regisseur Philibert hatte seinen Film während des Festivals bei einer Pressekonferenz vorgestellt. Er habe dazu beitragen wollen, dass der Blick verändert werde, der auf die Patienten gerichtet werde, auf die Menschen mit psychischen Problemen. «Und ich wollte diese Klischees auch ein bisschen zerstören», sagte Philibert. Der Alltag auf dem auch architektonisch ungewöhnlichen Schiff wird voller Respekt und Zuneigung zu allen Menschen gezeigt.

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