„Wir müssen Musik teilen!“

Daniel Müller-Schott über die Aktion von Anne-Sophie Mutter

„wir-müssen-musik-teilen-“ © Uwe Arens
Am Sonntag wird es in der Thomaskirche in Leipzig einen besonderen Gottesdienst geben, um auf die momentane Situation der Kulturbranche aufmerksam zu machen. Anne-Sophie Mutter wird dort zusammen mit Freunden spielen und auch Spenden für die Deutsche Orchestervereinigung sammeln. Mit dabei ist Star-Cellist Daniel Müller-Schott, der uns im Gespräch mit Klassik Radio etwas über die Aktion erzählt hat.

Wie ist die Idee entstanden?

„Die einzige Plattform, um Musik zu teilen ist jetzt die Möglichkeit, im Gottesdienst aufzutreten. Anne-Sophie Mutter war da die Initiatorin und hat mich gefragt, ob es nicht eine gute Idee wäre, zusammen diese Aktion zu starten. Da habe ich mich natürlich sofort bereit erklärt. Ich denke, dass es ganz wichtig ist, aufzustehen und einfach lauter unsere Position in die Welt zu senden. Nach diesen ganzen Anstrengungen mit den Hygieneregeln und Publikumsbeschränkungen, die jetzt im Konzertbetrieb gelaufen sind, ist es eigentlich unverständlich, dass genau diese Leute, die da so diszipliniert waren, abgestraft werden und alles wieder geschlossen wird. Da muss man jetzt einfach lauter werden und sagen: Wir sind damit nicht einverstanden!“

Wie ist die Resonanz?

„Unglaublich positiv! Es sind wahnsinnig viele unterstützende und auch dankbare Stimmen gekommen. Es zeigt sich auch, dass eine große Akzeptanz da ist, Musik wieder im öffentlichen Raum teilen zu dürfen, und dass wir das auch einfach brauchen. Musik steht im Moment in der Gesellschaft als Freizeitbeschäftigung da und man muss doch sehen, dass es nicht sein kann, dass in unserem Land, in dem Kultur und Musik so eine unglaubliche Tradition hat, die Kultur jetzt einfach abdreht wird. Da finde ich den Stellenwert in der Gesellschaft und in der Politik absolut zu niedrig angesetzt.“

Was ist das Ziel der Aktion?

„Die Aktion ist ein musikalischer Hinweis darauf, dass wir Künstler noch da sind, solidarisch miteinander sind, helfen wollen und gerade auch die Politik darauf aufmerksam machen wollen, in welch misslicher Lage sich die Kunst, Kultur und alle Künstler befinden. Es geht uns aber auch darum zu zeigen, dass wir Musik teilen müssen, weil das der menschlichen Psyche sowie Gesundheit dient und Kultur eben nicht nur eine reine Freizeitbeschäftigung ist, sondern wirklich essentiell und lebenswichtig.“

Wie blicken Sie in die Zukunft?

„Bei mir überwiegt immer der Optimismus. Ich glaube, dass die Zukunft der klassischen Musik eine sehr erfreuliche sein wird und dass es ganz viele Menschen gibt, bei denen Musik noch diese Begeisterung erzeugen kann. Solche Krisenzeiten können glaube ich gerade auch so eine Entdeckungsreise danach sein, was wirklich wichtig im Leben ist.“

 

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(N. Meier)
   

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