Johann Sebastian Bach Wald

Der Intendant des Bachfests Leipzig plant einen eigenen Wald

johann-sebastian-bach-wald © kazuend
Am Störmthaler See im Landkreis Leipzig soll ein Johann-Sebastian-Bach-Wald entstehen. Die ersten Bäume sollen im November gepflanzt werden.

Ein Wald für Bach

Michael Maul, der Intendant des Bachfests Leipzig, hat das Projekt "Johann-Sebastian-Bach-Wald" ins Leben gerufen. Denn mehr als die Hälfte der rund 70. 000 Festivalgäste reisen jedes Jahr im Juni zum Bachfest per Flugzeug an und er möchte die CO2-Bilanz damit - zumindest - etwas ausgleichen. Dieses Jahr ist das Bachfest leider wegen Corona abgesagt worden. Doch wenn es stattfindet, sorgen die Veranstalter auch vor Ort für Umweltschutz, vermeiden beispielsweise Catering mit Plastikgeschirr oder sorgen dafür, dass internationale Künstler nicht nur für einen einzigen Auftritt die lange Reise auf sich nehmen, sondern gleich mehrere Konzerte in Folge stattfinden können. Zudem wird an einem papierlosen Ticketsystem gearbeitet - das gestaltet sich allerdings noch etwas schwierig, weil zahlreiche Gäste kein Smartphone besitzen.

Besonderer Standort

Nun soll also ein Bachwald entstehen - und der Standort ist nicht willkürlich gewählt: Im Süden Leipzigs ist früher Braunkohle abgebaut worden, heute wird die Landschaft renaturiert, die Gruben wurden geflutet und es ist das "Leipziger Neuseenland" entstanden. Einer dieser Seen ist der Störmthaler See, benannt nach dem Örtchen an dem er liegt. Hier soll der Bachwelt entstehen. Aus ganz besonderem Grund: Denn als Johann Sebastian Bach Thomaskantor in Leipzig geworden war, führte ihn seine erste Dienstreise außerhalb Leipzigs nach Störmthal. Dort prüfte er die neue Hildebrand-Orgel und weihte sie direkt mit einer Kantate ein. So ist das kleine Örtchen zur Pilgerstätte aller Johann Sebastian Bach Fans geworden. Hier können sie irgendwann nun auch durch den Bachwald spazieren. 

Noch fehlen Gelder

Aktuell läuft eine Crowdfundingaktion noch bis zum 06. Dezember für die ersten drei Hektar Wald. Später könnte es vorstellbar sein, die Unterstützung für den Wald direkt in die Tickets einzupreisen, so Michael Maul. Die ersten Bäume sollen schon am 21. November gepflanzt werden. Das Fernziel ist ein Wald von insgesamt 29 Hektar - und damit soll das Projekt nicht beendet sein. Sollte das Ziel erreicht worden sein, kann sich der Intendant Michael Maul gut vorstellen, weitere Flächen zu bepflanzen. 

Segen der Familie

Sicher ist: dieses Projekt hätte Bach gefallen: "Bach war ein Waldmensch, er ist schließlich am Rande des Thüringer Waldes geboren und im Herzen immer Thüringer geblieben. Ich glaube, er wäre sehr begeistert gewesen", meint Michael Maul. Auf jeden Fall hat der Bachwald jetzt schon den Segen der Familie des Komponisten: Einer der ganz wenigen überlebenden Nachfahren von Johann Sebastian Bach hat von dem Bachwald erfahren und dem Intendanten Michael Maul direkt geschrieben und dabei betont, wie begeistert er davon ist und dass er sicher ist, dass es seinem Ururururururugroßvater genauso gefallen hätte.

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(A. Baumgart)
   

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