Lattkes Vier-Punkte-Plan für die Politik

Tenor Wolfram Lattke hat klare Forderungen um die Kulturszene zu retten

lattkes-vier-punkte-plan-für-die-politik © Martin Jehnichen
Sie kennen sich schon eine Weile: Klassikexperte Axel Brüggemann und Sänger Wolfram Lattke. Vor einigen Tagen haben sie telefoniert und herausgekommen sind dabei vier Forderungen an die Politik.
Es war ein Kommentar in Brüggemanns prüfender Blick von Axel Brüggemann hier bei Klassik Radio über die Situation von Sängern in Zeiten von Corona, der in der letzten Woche für ziemlich viel Aufregung gesorgt hat. Viele Sängerinnen und Sänger haben ihn angerufen und gesagt, das sie nicht seiner Meinung seien.

Offen Unmut bekunden, muss erlaubt sein

Sie finden durchaus, dass man auch sein eigenes Leid darstellen sollte, dass man auch das Recht hat zu lamentieren, wenn es einem nicht gut geht. Einer dieser Sänger war Wolfram Lattke. Er ist Mitglied vom Vokalensemble Amarcord und Axel Brüggemann kennt Wolfram schon seit langer Zeit. Auch er hat gesagt: „Axel, ich bin enttäuscht von Deinem Kommentar.“

Lösungsfindung vorantreiben

Und so haben sie hin und her überlegt und sind zu dem Schluss gekommen: „Okay, vielleicht ist es einfach wichtig, Punkte zur Diskussion zu stellen, die uns auch wirklich voranbringen.“ So haben sie an diesem Abend Wolframs „Vier Punkte“ zusammengestellt, die einfach eine Diskussionsgrundlage sein können, wie Kultur und Politik in Zukunft aussehen können.

Und das sind die „Vier Punkte“ von Tenor Wolfram Lattke:

Punkt 1: Eigentum verpflichtet

Kirchen, Mäzene und der Staat sind mitverantwortlich für die Kultur. Konzernen, zum Beispiel, sollte es Pflicht sein oder zur Pflicht gemacht werden, das, was uns ausmacht - Kultur - mit einem hohen Prozentsatz der eigenen Gewinne zu mäzenieren.

Wir brauchen in der heutigen Gesellschaftsform auch wieder zum Beispiel den Geist von Leipziger Bürgern, die damals im 18. Jahrhundert das Gewandhaus-Orchester finanziert haben und die Konzerte, und damit den Grundstein gelegt haben für eine Geschichte, die nun über 250 Jahre alt ist.

Punkt 2: Auftritte ermöglichen

Jeder Tourist kann im Moment am Flughafen staatlich subventioniert getestet werden. Schaffen wir das doch auch für den Konzertbetrieb! Stellen wir Räume zur Verfügung, die groß, aber auch klein genug für das jeweilige Konzertformat sind. Lassen wir das Publikum testen, lassen wir die Ausführenden testen. Wir müssen die Harmonie zurück in die Gesellschaft tragen, auch in dieser Krisenzeit.

Punkt 3: Neuordnung von Verträgen

Der Staat sollte im Krisenfall, wie dem momentanen, bindend 70% des Lohnes an die steuerzahlenden Kulturarbeiter zahlen, wie es bei Kurzarbeitern möglich und der Fall ist.

Punkt 4: Bedingungsloses Grundeinkommen

Ein bedingungsloses Grundeinkommen würde den Mut kreativer Bürger fördern. Es würde, unter Umständen, vieles in unserer Gesellschaft entflechten an Bürokratie. Es würde vielleicht sogar den Blick vom Zahlenstand des Kontos nehmen. Es würde uns unter Umständen gewisse Sorgen nehmen. Und es würde die Möglichkeit eröffnen, einer Berufung zu folgen. Ein kontroverses Thema, aber ich bin der Meinung, es ist es wert.

Das könnte Sie auch interessieren:

Zu Punkt 2 haben wir bereits die Politik gefragt: Wie geht es weiter mit der Kultur? - und teilweise interessante Antworten, aber auch Schweigen erhalten.

(A. Brüggemann/ KR Red.)
   

Unser Service

Für die besten Hörer in Deutschland

Musik der Extraklasse

Finden Sie im Klassik Radio Shop

Newsletter

Wir halten Sie auf dem laufenden mit unserem Premium Newsletter

Social Media

folgen Sie uns

Die PLaylist

Was lief wann?

Wir verwenden Cookies, um bestimmte Funktionen zu ermöglichen und Ihnen das bestmögliche Erlebnis zu bieten. Indem Sie auf den „OK“ Button klicken, stimmen Sie der Nutzung von Cookies zu. Weitere Informationen zum Thema Cookies finden Sie unter Datenschutz & Sicherheit
Weitere Informationen Ok