Miriam Stein: "Im Prinzip betrifft es uns alle"

Die Schauspielerin im Gespräch mit Klassik Radio über umweltfreundlichere Dreharbeiten

miriam-stein-im-prinzip-betrifft-es-uns-alle © Fabian Schellhorn
Auch wenn er in den Nachrichten in den letzten Wochen und Monaten oft von anderen Themen überschattet wurde, ist der Klimawandel dennoch aktuell wie nie zuvor - auch bei deutschen Filmschaffenden.
Um wirklich nachhaltig etwas zu verändern, ist ein Umdenken notwendig - Das findet die deutsche Schauspielerin Miriam Stein und hat deshalb zusammen mit ihren Kolleg*innen Laura Fischer, Moritz Vierboom und Pheline Roggan die Initiative changemakers.film ins Leben gerufen. Im Gespräch mit Klassik Radio hat Sie uns von ihren Bemühungen erzählt.

Wie ist die Idee für die Initiative entstanden?

„Also mein persönlicher Ausgangspunkt war, dass ich spät, aber doch, verstanden habe, wie dringend und brisant das Thema "menschengemachter Klimawandel" ist. Da muss ich mich wirklich bei ‚Fridays for Future‘ bedanken, die haben uns alle so ein bisschen wach gerüttelt und tatsächlich habe ich dann auf Demos Pheline Roggan gesehen und auch Laura Fischer kennengelernt. Wir haben dann gemerkt, dass wir da die gleichen Interessen haben und gerne etwas machen wollen. Laura hat noch Moritz Vierboom mit ins Spiel gebracht und dann haben wir uns gedacht, wo fangen wir an? Am besten vor unserer eigenen Haustür und das wäre das Filmgeschäft. Was kann man da ändern?“

Was wollen Sie ändern?

„Wir haben eine freiwillige Selbstverpflichtung für alle Filmschaffenden erstellt. In dieser Selbstverpflichtung haben wir dreizehn Punkte aufgelistet, die sich über sämtliche Gewerke und Departements ziehen. Mit einbezogen sind unter anderem Technik, Catering, Kostüm, Maske, Transport und Unterbringung. Es gibt viele Punkte, die alle verbessert werden müssen, wenn man wirklich grüner drehen will.“

Zu diesen dreizehn Punkten zählen unter anderem das Minimieren von Emissionen beim Reisen, ein größtenteils vegetarisches Catering am Set, das Verwenden von Naturkosmetik in der Maske und der generelle Verzicht auf Einwegprodukte.

„Wir haben lange überlegt, ob erstmal nur wir Schauspieler etwas starten, aber im Prinzip betrifft es uns alle. Wir Schauspieler sind einfach oft, so blöd es auch klingt, in der Position, mehr Macht am Set zu haben und aufgrund dieser Position Dinge ändern zu können. Deswegen haben wir gesagt, müssen wir diese Position auch nutzen.“

Wer ist schon alles mit an Bord?

„Wir waren ganz froh, dass da wirklich tolle Leute mit unterzeichnet haben! Wir sind insgesamt bei ungefähr 350 Unterzeichnern im Moment und die sind auch ganz gut gemischt, also männlich wie weiblich und jung wie alt. Es ist echt toll, weil das auch immer weiter läuft. Auch die Filmförderer haben sich alle sehr über unsere Initiative gefreut und unterzeichnet, beziehungsweise uns Statements für unsere Homepage zukommen lassen. Da haben wir tatsächlich von diversen Menschen in Entscheidungspositionen Statements bekommen, die auch etwas ändern wollen.“

Wie kann man solche Veränderungen durchsetzen?

„Da ist unsere Initiative, glaube ich, ein wichtiger Schritt, weil eigentlich fast alle der rund 350 Schauspieler, Techniker, Kostüm- und Maskenbildner, die bei uns unterzeichnet haben, ja die ganze Zeit an Sets tätig sind und so auch Dinge ansprechen und hinterfragen können. Ich glaube, diesen Mut braucht es einfach. Da ist es wichtig, dass Menschen, die wirklich täglich am Set sind, dahinter sind und eben nicht nur die Produzenten und Förderer, die ja dann gar nicht mehr sehen, was schlussendlich passiert. Die legen zwar zum Teil tolle Richtlinien fest, aber es wird Menschen brauchen, die einfach schauen, dass das auch wirklich eingehalten wird.“
 
Das gesamte Gespräch mit Miriam Stein und das Neuste aus Film und Fernsehen, inklusive der schönsten Filmmusik, hören Sie in der Cinemashow am Donnerstag, den 12. November 2020, von 19:00 Uhr bis 21:00 Uhr mit Florian Schmidt.

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